LEI Info

Was ist der globale Legal Entity Identifier (LEI)??

Der Legal Entity Identifier (LEI) ist eine international standardisierte und weltweit gültige Kennung für Teilnehmer am Finanzmarkt und dient dazu, Geschäftspartner (beispielsweise Unternehmen, Banken oder Investmentfonds) eindeutig zu identifizieren und bestimmte Meldepflichten gegenüber Aufsichtsbehörden erfüllen zu können. Neu im Vergleich zu bestehenden Systemen ist hier die globale Lösung über alle Länder, Märkte und Rechtssysteme hinweg.

Der Aufbau des globalen LEI-Systems erfolgt als Antwort auf die Folgen der Finanzkrise und in Reaktion auf die Schwierigkeiten von Banken und Regulatoren, unklare Firmengeflechte und Verbindungen von Emissionen zu Emittenten schnell und eindeutig zu identifizieren.

 

Welchen Nutzen bringt ein globaler LEI für den Markt?

Mit der globalen Verbreitung eines einheitlichen Systems zur Identifizierung rechtlicher Einheiten wird erwartet, dass für Unternehmen, wie auch für den gesamten Finanzmarkt, Kosten reduziert, das Risikomanagement verbessert und die Transparenz an den Finanzmärkten gefördert werden.

Dies gelingt durch eine Reduktion von Fehlern in geschäftlichen Transaktionen, geringeren Kosten für Datenabgleich und -pflege sowie für das Reporting gegenüber Regulierungsbehörden. Die eindeutige Identifizierung von Vertragspartnern stärkt zudem wichtige Geschäftsprozesse und reduziert Risiken auf Unternehmensseite.

 

Wie ist das LEI-System organisiert?

Das Financial Stability Board (FSB) als Vereinigung der Regulatoren mit Sitz in Basel hat im Auftrag der G20 das globale System für eine Identifikation rechtlicher Einheiten ins Leben gerufen. Ziel ist es, jede an einer Finanztransaktion beteiligte Partei über eine eindeutige Kennung schnell und zuverlässig identifizieren zu können. Das LEI-Vergabesystem wird beaufsichtigt von dem Legal Entity Identifier Regulatory Oversight Committee (LEI ROC (www.leiroc.org)), bestehend aus über 50 Aufsichtsbehörden weltweit und weiteren Interessenvertretern aus dem öffentlichen Sektor.

Mit der Gründung der Global LEI Foundation (GLEIF (www.gleif.org)), als zentrale Stabsstelle des Global LEI System (GLEIS), wurde Ende Juni 2014 ein entscheidender Schritt zum Ausbau bzw. Etablierung eines weltweiten Systems zur Identifikation rechtlicher Einheiten vollzogen. Das GLEIF steuert die globale Umsetzung und sorgt für weltweit einheitliche Standards. Für die Vergabe der LEIs sind mehrere Local Operating Units (LOUs) zuständig, die mit Kenntnissen lokaler Strukturen und Jurisdiktionen dafür sorgen, dass die LEI-Daten korrekt in das globale System überführt werden.

Weitere Informationen zum Aufbau und den beteiligten Organisationen finden Sie auf der Webseite des FSB (www.financialstabilityboard.org), des LEI ROC (www.leiroc.org) oder des GLEIF (www.gleif.org).

 

Wofür findet der LEI Anwendung?

Am 4. Juli 2012 wurde durch den EU-Gesetzgeber die European Markets Infrastructure Regulation (EMIR – Verordnung über OTC-Derivate, zentrale Gegenparteien und Transaktionsregister) verabschiedet. EMIR ist eine EU-Initiative zur Regulierung des außerbörslichen Handels mit Derivat-Produkten. Kern der Regulierung ist die Verpflichtung der Marktteilnehmer zum Clearing ihrer außerbörslichen Standard-Derivatgeschäfte über eine Central Counterparty sowie die Meldung dieser OTC-Geschäfte an ein Transaktionsregister. Als EU-Verordnung wurden die Regeln von EMIR direkt anwendbares Recht und bedurften keiner Umsetzung durch die Mitgliedstaaten.

Die EMIR-Meldepflicht greift seit dem 12.Februar 2014 und umfasst ebenfalls Geschäfte, die
a) vor dem 16. August 2012 geschlossen wurden und zu diesem Zeitpunkt noch ausstehen,
b) am oder nach dem 16. August 2012 geschlossen werden.

Weitere Informationen über EMIR und die dazugehörigen Meldepflichten finden Sie auf der Webseite der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin (www.bafin.de)).

Einzelheiten über den Umfang der Meldung an die Transaktionsregister sind in den Definitionen der technischen Regulierungsstandards (RTS) der europäischen Aufsicht European Securities and Markets Authorithy (ESMA) zu finden, die am 27. September 2012 veröffentlicht wurden. Neben den kontraktspezifischen Informationen sind vor allem Stammdaten der beteiligten Parteien zu melden. Zur Identifikation der Kontrahenten wird ein LEI benötigt.

Aufgrund europäischer und internationaler Regularien wie CRD IV, EMIR, Solvency II und Dodd-Frank Act ist der LEI fester Bestandteil in vielen Bereichen für das Meldewesen an Aufsichtsbehörden. Zudem findet der LEI bereits Erwähnung in weiteren Regularien, wie etwa in den technischen Standards zur AIFMD (Alternative Investment Fund Managers Directive) oder auch im Rahmen von MiFID II (Markets in Financial Instruments Directive II) / MiFIR (Markets in Financial Instruments Regulation).

 

Welche Regularien schreiben die Verwendung eines LEI vor?

Weitere Informationen finden Sie hier: www.gleif.org/rulemaking

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